Die Familie von Skal

Familienwappen "von Skal"
Wer über Jungferndorf berichten will, der trifft unweigerlich auch auf die Familie von Skal und Gross-Ellguth,
war sie doch am Erhalt, der Weiterentwicklung und dem wirtschaftlichen Ergebnis des Dorfes maßgeblich beteiligt.
Nirgends paßt der Satz besser: "Jungferndorf ist Familie von Skal, Familie von Skal ist Jungferndorf"

Schloß Gross-Ellguth
Alleine der Umstand, daß in der Familiengruft auf dem Friedhof die sterblichen Überreste von 19 Personen beerdigt sind zeigt,
daß die Familie hier ihre Heimat gefunden hatte und ein großer Teil der Familie hier auch wohnte.
Während in vielen ähnlichen Besitztümern der Neid zwischen Adel und Nichtadel, die Ausbeutung aber auch maßlose Verschwendung von Geld,
Gütern und Material das Zusammenleben als Gemeinschaft unmöglich machte, zeigte Jungferndorf, daß es auch anders geht.
Viele Erweiterungen, modernisierungen, Neubauten und Hinzukäufe von Land wurden im Gedanken an die Dorfgemeinschaft und nicht im Hinblick auf den eigenen Besitztum getätigt.
Hochnäsigkeit oder Unnahbarkeit ihrer Gutsbesitzer war für die Jungferndorfer ein Fremdwort.
So bleibt die Statistik der Bewohnerzahlen, Anzahl der vorhandenen Häuser und der Wirtschaftsleistung in der Herrschaftszeit der Familie von Skal stabil.
Bis heute hat sich der Ruf der adligen Familien äußerst positiv erhalten. Während die Hausherren des Schlosses stehts
an den Sorgen und Nöten der Bewohner Jungferndorfs teil genommen hatten, wußten die Einwohner des Dorfes durchaus ihre Verantwortung gegenüber ihren "Herren" wahr zu nehmen.
Dem II. Weltkrieg war jedoch auch die Familie von Skal nicht gewachsen. Obwohl es in Jungferndorf keine direkten Gefechtshandlungen gab (weder bei der Einnahme durch die Deutschen, noch durch die Rückeroberung durch die russischen Streitkräfte), sorgte der Krieg wie in vielen Landesteilen Schlesiens für erhebliche Verwirrungen. Innerhalb kürzester Zeit von deutsch-tschechischem Verwaltungsgezerre durcheinander gewirbelt kam mit dem Kriegsende für Jungferndorf nun der endgültige Stich in das Herz - Die Familie von Skal mußte ihre Besitztümer aufgeben und das Land wie fast alle ihrer Landsleute verlassen. Tschechische Mitbewohner Jungferndorfs, die bis dato nur einen Bruchteil der Bevölkerung ausmachten, "übernahmen" das Dorf. Weitere Tschechen aus anderen Teilen des Landes zogen hinzu.
Den Familienstammbaum hier in allen Einzelheiten darzustellen würde den Rahmen dieser Homepage bei weitem sprengen,
gibt es doch unzählige Familienmitglieder, die auch nicht alle mit Jungferndorf in Verbindung standen. Es wird hier daher nur auf die Personen beschränkt sein, die in Jungferndorf lebten und wirkten.
Daher wird hier nur auf die direkte Linie Jungferndorf betreffend eingegangen.
Das erste mal tauchte der Name "von Skal" in Verbindung mit Jungferndorf im Jahre 1768 auf. Am 01.02.1768 heiratete Johann Ernst von Skal und Gross-Ellguth (*17.03.1742, +15.12.1813), Maria Anna Freiin von Wimmersberg (*25.04.1739, +31.01.1832).
Das Gut überschrieb sie erst im Jahre 1800 an ihren Ehemann, nachdem sie es von ihrer Schwester erhalten hatte. Beide zusammen hatten 9 Kinder:
Der Name des 9ten Kindes ist leider nicht mehr bekannt.
Das Gut ging an Carl Cletus von Skal (*26.04.1778, +03.08.1837), verheiratet am 25.10.1802 mit Josefa von Zoffeln und Lichtenkron (*16.09.1779, +11.09.1844)
Carl Cletus war der Erbauer der Gruft und der erste, der dort bestattet wurde.
Kinder:
Nächster Gutsbesitzer war ab 1838 Ferdinand Carl Wilhelm Freiherr von Skal und Gross-Ellguth (*03.08.1809, +12.01.1879), verheiratet am 27.08.1838 mit Maria Freiin von Riese-Stallburg (*04.08.1814, +01.07.1895)
Kinder:
![]() Ferdinand Carl von Skal |
![]() Friedrich-Franz und Carl von Skal |
Im Jahre 1879 übernahm Carl Freiherr von Skal und Groß-Ellguth (*16.12.1844, +02.08.1914), verheiratet am 29.11.1873 mit Adele Freiin von Puteani (*26.11.1853, +01.04.1937)
Kinder:
![]() Adele von Puteani 1860 | ![]() Adele von Puteani 1861 |
![]() Adele von Puteani 1930 | ![]() Adele von Puteani 01.04.1937 |
![]() Adele von Puteani und Carl |
![]() Carl Freiherr von Skal und Groß-Ellguth | ||
![]() Ferdinand Freiherr von Skal ca. 1925 |
![]() Ferdinand Freiherr von Skal 09.12.1935 | ||
![]() Carl (Cary) Freiherr von Skal / 1914 |
![]() Carl (Cary) Freiherr von Skal / ca. 1935 |
1905 ging das Gut Jungferndorf an Ferdinand Freiherr von Skal und Gross-Ellguth, verheiratet am 29.07.1902 mit Eleonore Gräfin von Francken-Sierstorpff (*19.07.1883, +01.10.1952)
Kinder:
![]() Maria Alexandra (Lexi) von Skal ca. 1932 |
![]() Hanni (geb. Köhler) und Ottokar Skal ca. 1960 |
![]() Hanni und Ottokar, ca. 1972 |
![]() Johanna Baptista (Tista) von Skal ca. 1930 |
Letzter Besitzer der Familie war Ferdinand (Fery) Heinrich Karl Maria Johannes Alexander Freiherr von Skal und Groß-Ellguth, verheiratet am 27.11.1937 mit Johanna Gräfin Schönborn (*23.05.1915)
Kinder
![]() Ferdinand Freiherr von Skal und |
![]() Ferdinand (Fery) Freiherr von Skal |
![]() Silberne Hochzeit Ferdinand von Skal und Eleonore 27.07.1927 in Jungferndorf |
![]() Ferdinand (Fery) Freiherr von Skal / ca. 1965 |
Nachruf zu Ferdinand Freiherr von Skal (pdf von 1972) |
Damit endet die direkt mit Jungferndorf in Verbingung zu bringende Ahnenreihe.
1945 mußte die Familie von Skal überstürzt aus Jungferndorf fliehen. Einige Familienmitglieder haben seither ihren Wohnsitz in Südbayern gefunden,
ebenso in der Schweiz und in Amerika.
Spätere Versuche Besitztümer wiederzuerlangen scheiterten an Gesetzen und Vereinbarungen der Bundesrepublik und Tschechien. Den Lebensstandard hat die Familie von Skal nie wieder erreicht.
Einige Mitglieder mußten ihren Adelstitel ablegen, so daß deren Familienname fortan nur noch "Skal" heißt.
Bekannterweise gibt es in Jungferndorf eine Familiengruft der Familie von Skal. Dort befinden sich 19 Särge. Aufwändige Recherchen ergaben mit hoher Wahrscheinlichkeitsrate, daß folgende Personen dort bestattet wurden:
![]() Särge der Familienoberhäupter u.A. Carl Freiherr |
![]() Kindersärge. Das Hochwasser hat in den 90er Jahren |
Quellen: